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Tengoku? Jigoku!

Himmel? Hölle!
von

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Der Frieden zerbricht- Heiwa ga Yabureru

"Der Wasserdunst in Form der Wolken umhüllte mein Gefieder.

Es schmiegte sich an mich wie ein feiner Seidenstoff,

der durch´nen Windhauch zu fallen drohte.

Der Sturz zeriss das Gewand von meinem Leib,

ein Teil von mir schwand dahin.

Aus Fülle, Stolz und das Recht auf Willensfreiheit,

wurde Leere und Schmerz.

Aus Schwarz werde Weiß und wieder Schwarz."
 

In Gotteskönigreich lebten die Engel.

Wie in vielen Geschichten der Erde über Engel auch, existieren zwei Engelarten. Beide waren schöner als die Menschen.

Man konnte die Engel, nur durch die Flügel, von Meschen unterscheiden, eine weitere, wesentlich undeutlichere Differenz lag in der Intelligenz.

Schöner, intelligenter, frommer und beflügelt, nur das sind Zeichen der Engel. Unter den zwei Engelarten gab es nur zwei Unterschiede:

in der Aufgabe sowie dem Aussehen. Ein Kontrast wie Schwarz und Weiß, dem Yin und Yang.
 

Engel mit schwarzen Flügeln brachten die reinen Menschenseelen in den Himmel und die mit den Weißen brachten die Unreinen in den Gerichtssaal Gottes um entscheiden zu lassen was mit ihnen passierte.

Damals waren beide Arten von Engeln gut miteinander ausgekommen, die Demokratie herrschte und Tyrannei ruhte, doch in dieser Gegenwart hatte sich inzwischen alles verändert.

Nach dem Menschenbild gab es gute und böse Engel. Jedoch stellten sie sich vor, dass die Guten weiße und die Bösen schwarze Flügeln besaßen.

Diese Mythen seitens der Menschen waren zu Unrecht entstanden, da alle sehr liebenswürdig gewesen waren. Deswegen gab es vor langer Zeit in Gotteskönigreich nur ein gemeinsames und vereintes Land. Ein Ort an dem die "guten" sowie die "bösen" Engeln sehr ruhig und glücklich zusammen lebten.

Die "guten" Engel sammelten die reinen Seelen und die "bösen" Engel die unreinen Seelen, also die die vor das höchste Gericht gestellt werden sollten, ein.
 

Alles war wie in einem Traum und für uns Menschen kaum vorstellbar, wenn einmal Hilfe nötig war, so gaben sie sich Zeit, ihr Leben war endlos, sofern niemand es änderte. Es war das Paradies.

Sie lebten glücklich und zufrieden, jedoch gab einen weißen Engel dem es nicht gefiel, dass sie alle friedlich miteinander auskamen: "Blame".

Er hatte einen fürchterlichen Wunsch der sich erfüllen sollte, diesen wollte er mit einem einfachen, aber dennoch wirksamen Plan zur Realität werden lassen:

Zwietracht unter den Engeln verbreiten, ein Königreich in dem sich die zwei Engelarten hassten, streiten, einfach Chaos herrschen lassen. Er hatte alles genauestens geplant.
 

Der erste Schritt würde er mit dem Vermengen der reinen mit den unreinen Seelen beginnen und somit ein Aufruhr für die hart arbeitenden Engel erschaffen, anschließend würde er alles den schwarzen Engeln in die Schuhe schieben. Nachdem alles wieder in Reih´ und Glied wäre, würde er den Oberhaupt der weißen Engel umbringen.

Engel besitzen im Normalfall einen kaum sterblichen Körper, da die Körper schnell regenerieren können, kann ein Engel nur durch die Hand Gottes oder beim ablegen seiner Kräfte erlegt werden.

Eine weitere Art wäre es von Hand eines wirklich zutiefst bösen Engel erfasst zu werden, dafür war Blame auch geeigneter als jeder Andere.

Das oberste Gesetzt Andere nicht zu töten darf unter allen Umständen niemals gebrochen werden. Selbst nachdem ein Engel gestorben ist, verbleibt sein Körper in Gewahrsam von Gott, seine Seele jedoch bleibt auf ewig verloren und wandert im Nichts unruhig umher bis das Gefühl ihn erreicht einen ehrwürdigen Tod gehabt zu haben.

Auch dies zu erreichen war schwer, die Wahrscheinlichkeit, dass die Seele nach einem Mord wieder glücklich wird, war fast unmöglich, denn es musste ein würdiger Tod sein, der Leben rettete, der die Welt verbessete oder sogar alle stärker machte.
 

Blames Plan war insoweit perfekt, weil niemand glauben würde, dass er, ein weißer Engel, seinen eigenen Oberhaupt umbringen würde. Die Engelsart ohne einen Oberhaupt verlieren viele Rechte, die Balance im Himmel würde dafür gestört werden. Somit könnte er die Schuld an die schwarzen Engeln übergeben. Am Ende würde er Macht besitzen, Engel mitreißen können und selbst so stark werden wie Gott.

Der Tag an dem der Plan ausgeführt werden sollte, kam näher voran.

Und genauso wie er es plante, begannen sich die Ereignisse zu formen.

Blame zerstreute die unreinen und die reinen Seelen. Die Engel fingen an sich zu streiten ohne das ein Ende in Sicht war, sodass Gott einschreiten und die Engel beruhigen musste.

Kaum nachdem sich die Sache gelegt hatte, brachte Blame es zustande sein eigenes Oberhaupt, dass der weißen Engel umzubringen.

Alle Engel waren sehr entsetzt und langsam fingen an die weißen Engel die schwarzen Engel zu misstrauen und verlangten eine Audienz bei Gott. Gott jedoch meinte, dass niemand verdächtigt werden sollte bis sie den wahren Täter haben, er wollte die Engel testen, inwiefern sie ihre gutherzige Seite aufgeben, wenn Misstrauen auftaucht. Die Engeln waren strickt dagegen.
 

Einer der schwarzen Engel war selbst noch so gutherzig, dass er helfen wollte diesen Konflikt aufzulösen, doch Gott schwieg. Der schwarze Engel war zu stolz um das Schweigen hinzunehmen und rebellierte gegen ihn. Letztendlich ist er gefallen und wurde nicht mehr gesichtet.

Keiner widersetzte sich ihm mehr, aber sie wussten dass Gott den Täter jeder Zeit enttarnen könnte, aber er schwieg, die Engel hatten nicht das Recht zu fragen.
 

Blame hatte sie belauscht und sagte den schwarzen Engeln mit einen Engelsbrief, der wie das der Schwarzen getarnt war, was die Weißen planten. So misstrauten sich alle Engel der jeweiligen Seiten.

Wer den Oberhaupt ermordete blieb ungeklärt. Blames Wunsch kam jeden Tag einen Schritt näher, die weißen Engel fingen an Pläne zu schmieden wie sie die schwarzen Engel ins Unglück stürzen könnten, jedoch hatte Blame was anderes vor. Als alle schliefen, schlich er sich in den Versammlungsraum und nahm die Pläne mit sich, zeigte anonym als einer ihrer Spione die Pläne den schwarzen Engel um so ihr Hass größer werden zu lassen.

Es funktionierte, denn nach einiger Zeit haben sich Engel gegenseitig verletzt und mehr gestritten als je zuvor.
 

Dann war es soweit,

die Engel erklärten sich den Krieg: "Es ist bereits eskaliert, wir sind am Ende, wir haben unsere Engelsstimmen verloren und viele unserer Familienitglieder haben gesündigt um unser Recht zu verteidigen, mehr können wir uns nicht gefallen lassen. Gott will nicht helfen, wir müssen handeln. Einst waren wir friedlich, doch unter diesen Umständen, erklären wir den Krieg! Von früher, jetzt und auch in Zukunft, wir kämpfen um unser Recht und Leben!" Gott wollte das nicht, doch die Engel ließen sich nicht überreden.
 

Es blieb keine Wahl.

Er verkündigte zwei Strafen für ihre Entscheidungen und ihr Unvermögen zu verzeihen: Die Engel verlieren ihr ewiges Leben, ihnen wird eine Lebensfrist von 1.000 Jahren gewährt, anschließend folgt eine Reinkarnation.

Die zweite Strafe war eine Trennung. Er teilte den Himmel in zwei Länder, das der Schwarzen im Himmel zurückgebliebenen für die reinen Seelen und das der Weißen, dessen Land unter die Erde der Menschen versankt, für die Seelen, die keine Gnade mehr erhalten und in das jüngste Gericht gestellt werden, bekannt für uns: Himmel und Hölle.

Intelligenz und der Start- Atama to Kaishi

Seit dem Streit im Himmel in dieser Zeit sind nun schon mehr als 100.000 Jahre vergangen und weiße sind mit den schwarzen Engeln weiterhin verfeindet. Da die weißen Engel aber unterhalb der Erde und die schwarzen Engel oberhalb der Erde ihr Dasein verbrachten, konnten sie den Krieg nicht weiterführen.

Selbst dass sie gegenseitig noch existieren war lange vergessen.

Für die weißen Engel gab es Gott nicht mehr, er war für sie nur ein heuchlerischer Herrscher der Welt, der sie, seine treusten Gläubigen und Gefolgen betrogen hatte.

Viele von ihnen bezweifelten, das Gott existierte und bekamen so ihre Willensfreiheit.
 

Die schwarzen Engel wiederum waren sich im klaren darüber, dass Gott alles mitbekam, dass er jeden ihrer Schritte verfolgte, dass er seit Jahrtausenden sein Gesicht von ihnen abgewandt hatte.

So waren es dann auch die Engel, die ihm den Rücken zum größten Teil zugekehrt haben. Gott und die verschiedenen Engelarten distanzierten sich mit jeder vergangener Sekunde, Stunde und Tag. Zwar erfüllten die Engel ihre Pflichten und blieben ruhig, doch viele hatten ihre Wut auf die Erde ausgelassen. Aus diesen Gründen gab es auch mal Zeiten, in denen viele Tierarten oder Menschen ums Leben kamen.
 

Der schwarze Tod wurde nicht aus einfachen Gründen "schwarz" genannt,

es starben zu viele Menschen, doch jeder von ihnen hat im letzten Moment ihres Lebens, jedenfalls nach ihrem Urteil, schwarze Schatten hinter den vermeintlichen "Menschen" schweben sehen.

Auch hier musste Gott ein Machtwort sprechen, denn mehr als ein drittel der Bevölkerung sei in Europa gestorben.
 

Wäre Gott nicht eingeschritten und hätte er den Engeln nicht ein weiteres Gebot verkündigt, so wäre kein Leben mehr auf der Erde sicher gewesen. Die Engel durften nur auf die Erde runter kommen um das Leben zu nehmen wenn der Sterbende totkrank sei, durch die Hand eines Menschens um sein Leben kam oder seine Lebenszeit abgelaufen war.

Eine weitere Außnahme sei die Ausbildung, dafür dürften sie zwischen einigen Monaten und sechs Jahren auf der Erde verweilen, verboten war es zu der Zeit Seelen vom Körper zu trennen oder zu entziehen.

Beide Engelarten trafen sich aus diesen Gründen nur noch in den seltensten Fällen und die kleinen, die neugeborenen Engel, also die Kinder der nächsten Generation hatten ihr ganzes Leben lang noch nie einen der anderen Engelart gesehen, sie kannten diese nur aus Legenden.

Unsere Geschichte involviert diese Situation, und näher als wir Menschen es sein können, hören wir über die Geschichte einiger Engel.
 

Erster Engel Yume:

An einem besonderen Tag, beschloss ein junger Engel der oberhalb der Erde lebte, der also ein schwarzer Engel war und der sich in Zukunft um die guten Seelen zu kümmern hatte, auf die Erde zu begeben.

Gott hatte allen jungen Engeln die Wahl gegeben, sich auf der Erde ausbilden zu lassen oder die Menschen zu beobachten und ermöglichte es so ihr Verhalten protokollieren zu können.

Diese Ausbildung verhalf den Engeln später die unreinen sowie reinen Seelen voneinander leichter und schneller zu unterscheiden. Wenn man sich hat ausbilden lassen, so bedeutete dies, dass man unter die Menschen taucht und so lebt als wäre man einer von ihnen. Man würde zur Schule gehen, Geld verdienen und das eigentlich friedliche Leben eines Menschen kennen lernen. Aber es war natürlich absolut verboten jemanden zu erzählen, dass man ein Engel war, ansonsten wurde man sofort wieder zurück geschickt.
 

Yumes Traum war es auf der Erde menschliche Lebenserfahrungen durchzugehen, also beschloss er diese Ausbildung mitzumachen. Er wurde als 16 jähriger Junge zur Erde geschickt, dort wohnte er in einer WG mit noch vier anderen Menschen. Seine Schule war nicht sehr weit entfernt. Es war eine Schule auf die Mädchen, sowie auch Jungen gingen.

Die Erde war für ihn viel interessanter als der Himmel.

Alles war ganz anders als dort oben und es brachte ihm sehr viel Spaß jeden Tag neu zu erleben. Auch wenn alles nach einer Routine verlief, für ihn war es etwas besonderes.

Wie das Menschenleben so sein konnte, konnte er aus erster Hand erfahren.
 

In seiner Schule verbrachte er die meiste Zeit des Tages, er mochte den Sport sehr gerne, aber auch die Geschichte der Erde. Deswegen laß Yume viel und oft, da ihn alles so sehr in den Bann nahm, wie kein anderer.

Yume konnte man immer in der Schule, der Bücherei, der Küche, bei den AGs und in seinem Zimmer finden und wenn er nicht aufzufinden war, ging er laufen oder einkaufen.

Er war bei allen, aber vor allem bei den Mädchen sehr beliebt. Egal ob es das Schulgelände oder auf der Straße war, er wurde von vielen angeschaut und bewundert. Seine Schönheit war mit nichts zu vergleichen, jeder konnte sie erkennen.

Sicher, denn er war ja ein Engel. Auch die Lehrer waren beeindruckt und erstaunt von ihm, sie baten ihn oft um Hilfe und kleine Leistungen, die er auch gerne erledigte. Für ihn war jede Arbeit, jede Verpflichtung und jede Verantwortung etwas, dass er liebend gerne übernehmen wollte.

Sein Herz war rein, gefüllt mit gutem Willem und gutmütiger Intention. Die verschiedenen Aufgaben der Menschen, die auf ihm übertragen wurden, ließen ihn das Gefühl, dass er selbst einer sei. Durch diese Empfindungen begann er Spaß zu haben und den Sport fand er am besten.
 

Seine Flügel waren ihm gebunden, er durfte sie nicht ausbreiten. Am Anfang drückte es und gelegentlich schmerzte es so sehr, dass er sich nicht mehr bewegen wollte.

Der Sport war für Yume eine Ausweichmöglichkeit den Schmerz zu vergessen und seine Flügel mit diesem Handeln auf eine andere Art und Weise auszubreiten. Da Yume den Sport so sehr mochte, war er Mitglied in den meisten Sportclubs an der Schule, er versuchte so viel nur möglich in Bewegung zu bleiben.

Langsam aber sicher lebte er sich auf der Erde ein. In den ganzen Geschichtsbüchern die er bisher gelesen hatte, standen immer wieder etwas von der so genannten "Hölle" drinnen.

Es gab sogar Bilder von Künstlern, die Engel mit weißen Flügeln gemalt hatten, diese schwebten vom Licht des Himmels hinab und zur Erde herunter.
 

Durch seinen Großvater hatte er als ganz kleines Kind früher immer uralte Legenden über die weißen Engel gehört.

Laut diesen Legenden gab es früher zwei Arten von Engeln.

Einmal die Schwarzen, so wie er es war und dann die Weißen, die statt schwarze weiße Flügel hatten und die die unreinen Seelen einsammeln mussten.

Je mehr Legenden er gehört hatte, desto mehr interessierten ihn die weißen Engel. Oft wurde erzählt die weißen Engel seien unterhalb der Erde verband worden, aber einige sagten auch, dass die weißen Engel schon lange ausgestorben waren.

Andere, eine deutlich kleinere Gruppe sprachen davon, dass alles nur eine alte Legende sei und keinerlei Wahrheit entspräche.

Yume hatte zwar weder einen weißen Engel selber gesehen, noch von jemanden gehört oder jemanden gekannt, der einen gesehen hatte, dennoch glaubte er daran, dass es sie gab und heute noch existierten, schließlich muss in Geschichten zumindest ein wahrer Kern liegen.

Er wollte unbedingt mal einen weißen Engel mit eigenen Augen betrachten.

Doch wie sollte er das anstellen? Er hatte sich gedacht, dass seine Chance einen weißen Engel zu treffen auf der Erde höher ist, da sie nach den besagten Legenden unter der Erde verbannt wurden.
 

Aber Yume wusste noch nicht einmal, ob es die Hölle wirklich gab.

Den ersten Schritt zur Erde hatte er begonnen, wie es weiter verlaufen sollte wusste er nicht. Vielleicht sollte er möglichst in großen Metropolen anfangen.

Am Ende entschied sich Yume jedoch in einer großen Stadt anzufangen, er konnte später in die größten Städte der Welt gehen.

In durchschnittlichen Stadtgrößen, hatte Yume zumindest einen Überblick.

Drei Monate sind bereits vergangen, in der sich Yume in das Leben der Menschen einordnen musste und doch: seine Frage blieb unklar.

Gab es weiße Engel, die jetzt in der Hölle leben?
 

Der Einzige, der dies wissen konnte war Gott, doch der erwähnte nicht ein Wort über die weißen Engel oder die Hölle. Er schwieg, wie immer. Obwohl er allwissend ist redete er nie.

Nur wenn es dringend notwendig war, brach er seine neu angewohnten Prinzipien. Aber seit mehr als 100 000 Jahren hielt er es nicht mehr nötig die Engel zu informieren. Die Tore seiner Gemächer waren von dem Tag vor 100 000 Jahren an auf ewig verschlossen.
 


 

Zweiter Engel Ai:

Ai lag auf ihrem Bett. Sie genoss es in der Menschenwelt zu leben, denn in der Hölle gab es nichts als Chaos, sie liebte die Ordnung. Sie war schon mehrere Jahre auf der Erde. Dennoch langweiltete sie sich nicht.

Es machte ihr viel Spaß das Verhalten der Menschen zu beobachten, da sie alle sehr verschieden sind, sogar sehr viel anders als die Engel es sind.

Sie konnte die Menschen nach ihrem Willen manipulieren, sie waren alle so leichtgläubige Geschöpfe.

So vieles gab es zu berechnen, auch durch die vielen Faktoren, die auf der Erde waren, waren ganz anders als die von Unten.

Obwohl es Ai nicht herausfordert alles und jenes zu berechnen, verbrachte sie den Großteil der Zeit damit zu rechnen. Wohlerachtenswert war dabei, dass sie die Zahlen in wenigen Sekunden förmlich ausspucken konnte.
 

Es klopfte an der Tür. Ai stand auf, strich sich ihr golden, blondes Haar aus dem Gesicht und öffnete unwillig.

Vor der Tür stand ein unscheinbares Mädchen aus ihrem Haus, das auch auf die gleiche Schule wie Ai ging.

"Ha ...hallo. Ich wollte... fragen, also... ich gehe heute mit einigen Leuten aus unserer Schule ins Kino... möchtest... möchtest du vielleicht mitkommen? Ich meine... also ich hatte gehört, dass du als Schneekönigin..."

Das Mädchen lächelte hässlich. Ai verzog das Gesicht und meinte mit einer kühlen Stimme:

"Kein Interesse."

Eine furchtbar eiskalte Stimme, konnte man denken. Nur die zwei Worte waren die Antwort auf den Mut, dass das Mädchen hervorgebracht hatte, denn daraufhin knallte sie die Tür vor der Nase zu und ging in ihr Zimmer zurück.
 

Ai hatte keine Lust sich das Geschnatter anzuhören und besonders nicht, weil sie mit Schneekönigin in Verbindung gebracht wurde.

Warum mussten diese Menschen einen denn immer zu so etwas langweiligen einladen?

Und überhaupt, sie hatte gar keine Lust mit solchen schüchternen, kleinen hässlichen Wesen ihre Zeit zu verschwenden. Was bildeten die sich ein?

Ihre Zeit war viel zu kostbar dafür, sie hatte maximal nur knappe sechs Jahre hier auf der Erde zu bleiben, die Zeit, die bereits vergangen ist, kann sie nicht wieder aufrufen.
 

Ai hatte aber auch keine Lust heute den ganzen Tag im Zimmer oder im Bett zu verbringen. Sie schaute sich im Spiegel an.

Ihre Augen wanderten zum Boden, dort begann ihr Blick von den Füßen aus ihre Maßeinheiten zu berechnen.

Auch wenn sie schon seit fast drei Jahren auf der Menschenwelt war, so hatte sie sich kaum verändert.

Ihr Körper war noch genau wie vor drei Jahren. Nichts hatte sich verändert, außer die Länge der Haare.

Das war das gefährliche, wenn man als ein Engel auf die Erde geht.

Man wächst nur sehr, sehr langsam. Nach drei Jahren als Teenager sollte man sich zumindest verändert haben, doch Ai sah noch immer so aus, wie an dem Tag, an dem sie auf der Erde angekommen war.

Bald würden sich die Menschen in ihrer Umgebung wundern und dies würde nur Probleme hervorrufen. Sie sollte so bald wie möglich die Stadt verlassen und vorgeben müssen wegen besonderen Umständen umziehen zu müssen.
 

Deshalb beschloss sie sich gleich eine neue WG in einer anderen, weit entfernten Stadt zu suchen. In ihrer Nähe war eine kleine runtergekommene Agentur die Wohn WGs vermietete, was sich am Ende doch noch als Praktisch erwies. Dorthin machte sich Ai nun auf den Weg.

Draußen lag weißer, dicker Schnee. Sie hasste Schnee, nicht weil er weiß war, denn weiß mochte sie gerne, nein, denn er war kalt. Ai zog den Reißverschluss ihres weißen Mantels hoch.

Außer der schwarzen Kette, den schwarzen Ohrringen und den schwarzen Armbändern, also ihren Accessoires war ihre gesamte Kleidung weiß.

Diese Farbkombination trug sie tagtäglich ohne Veränderungen.

Deshalb wurde sie als Schneekönigin bezeichnet, aber selbst Ai musste zugeben, dass dieser ihr verliehene Spitzname auf ihr Verhalten perfekt anpasst wurde.

Als sie endlich die Agentur erreichte, sah sie bereits an der Tür ein Plakat mit einer WG-Anzeige. Auf dem Plakat stand:
 

WG-Platz Nr. 295

Wunderbare Schüler WG,

bestehend aus max. 6 Personen, in Fukuoka

auf Kyoshu!

Noch 1 freier Platz!

Absolut billig!

In direkter Nähe zu der Fuigakuen High School.

Wunderbares warmes Wetter!
 

Das war genau das, was Ai sich erhofft hatte: Warmes Wetter!

Das war doch perfekt. Und es gab sogar noch einen freien Platz.

Sie betrat die Agentur ohne zu zögern, doch bereute es danach sehr.

Ein dicker Mann saß an der Rezeption vor einem PC und stopfte ein Burger, in dem außer eine riesen Stück Fleisch auch noch eine Pizza steckte, in sich hinein. Angewidert schaute Ai ihm zu, wie er versuchte mit seinen fettverschmierten Fingern ein Anmeldeformular auszufüllen. Sie trat ein Schritt auf ihn zu und räusperte sich.

Der Mann blickte auf und schien Ai erst jetzt zu bemerken.

Denn anscheinend war er viel zu vertieft in seinen Pizza-Fleisch-Burger. "Hal.. Mhmpf. Hallo. Was kann ich den für dich tun junge Dame?" -" Sie könnten beispielsweise mal ihren abscheulich fettigen Burger aus der Hand nehmen, sich die Hände waschen, desinfizieren, wobei eine Dusche und ein Bad wohl auch kaum wirksamer wären und mich dann für die WG Nr. 295 in Fukuoka anmelden, natürlich nur wenn das nicht zu viel für ihren kleinen Gehirn verlangt ist."
 

Der Mann schaute verdutzt. Dass so eine hinreißende junge Dame solch ein ungezogenes Mundwerk haben konnte, erstaunte und verschlug ihm die Sprache.

Er nickte nur und überreichte Ai das Anmeldeformular, welches diese sofort ausfüllte und ihm wieder gab. " Danke." sagte sie mit gespielter Freundlichkeit. Sie bekam noch einen Zettel mit der Adresse und der Bestätigung, dass sie dort einziehen durfte und machte sich dann auf dem Weg zurück zu ihrem Haus.



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